07.12.2011 Stiftung "Der herzkranke Diabetiker" vergibt Forschungsstipendium

Pressemitteilung der Firmen Bristol-Myers Squibb und AstraZeneca:
Mit ihrem Studien-Projekt zum Einfluss verschiedener Diabetes-Therapien auf das prothrombotische Risiko von Typ 2 Diabetikern gewinnt Dr. Katharina Heß, Assistenzärztin am Universitätsklinikum Aachen, das diesjährige Forschungsstipendium der Stiftung „Der herzkranke Diabetiker“ (DHD). Dieses ist mit 20.000 Euro dotiert.
"Zukunftsweisende Arbeit!"
„Die geplante Arbeit von Katharina Heß ist zukunftsweisend. Sie wird uns weitere Erkenntnisse zum Zusammenhang von Diabetes mellitus und einem erhöhten kardiovaskulären Risiko bringen und damit einen wichtigen Beitrag zur Optimierung der Versorgung bei Menschen mit Diabetes leisten“, betont Professor Dr. Dr. Diethelm Tschöpe, Vorsitzender der Stiftung „Der herzkranke Diabetiker“. Das Stipendium wird durch die Unternehmen Bristol-Myers Squibb und AstraZeneca ermöglicht, die sich im Rahmen ihrer Allianz – ebenso wie die Stiftung – eine Verbesserung der Versorgung von Diabetespatienten zum Ziel gesetzt haben.
Beeinflusst Therapie das Risiko? Große Studien fehlen
Die geplante Arbeit beruht auf der Erkenntnis, dass Patienten mit Diabetes im zellfreien Plasma eine kompaktere Fibrinstruktur mit kleineren Poren und längerer Lysezeit aufweisen, als Menschen ohne Diabetes. Diese Fibrinstruktur findet sich auch in den Thromben wieder, die zum Beispiel einen Myokardinfarkt durch Verschluss der Herzkranzgefäße verursachen können. Bisher fehlen noch große Studien zu Auswirkungen der Begleiterkrankungen und der medikamentösen Therapie auf die Fibrinthrombus-Struktur und die Fibrinthrombus-Lyse. Deshalb hat sich Heß des Themas angenommen.
Frauen mit Diabetes: dichtere Fibrinthrombus-Struktur
Ihre ersten Vorarbeiten zeigen: Frauen mit Diabetes haben eine signifikant dichtere Fibrinthrombus-Struktur und die Fibrinthromben sind resistenter gegen die Thrombus-Lyse. Bei gleichen HbA1C-Werten führt Metformin beispielsweise zu einer Verkürzung der Lyse, während Insulin mit einer dichteren Fibrinthrombus-Struktur assoziiert war.
Welche Diabetes-Therapie hat weniger Risiko?
Anti-diabetische Therapieregime haben offensichtlich unterschiedliche Effekte auf die Struktur der Fibrinthromben und damit auf das kardiovaskuläre Risiko. Im Rahmen ihrer Arbeit möchte Heß analysieren, ob die Gabe von Metformin, Insulin, DPP-4-Inhibitoren, GLP-1-Analoga und Sulfonylharnstoffen bei Diabetes-Patienten einen unterschiedlichen Einfluss auf die Fibrinthrombus-Struktur und Fibrinthrombus-Lyse hat. Hierfür werden Diabetes-Patienten in eine klinische Studie aufgenommen. Ex vivo wird dann überprüft, ob die in der klinischen Studie beobachteten Zusammenhänge auf eine Beeinflussung der Fibrinthrombus-Struktur und -Lyse zurückzuführen sind.
"Stipendium bestärkt mich!"
Heß promovierte nach ihrem Studium der Humanmedizin an der Universität Ulm, wo sie auch zwei Jahre als Assistenzärztin in der Kardiologie tätig war. Nach einem zweijährigen Forschungsaufenthalt in der Division of Cardiovascular and Diabetes Research LIGHT der Universität Leeds, Großbritannien, arbeitet sie nun in der Medizinischen Klinik 1 (Kardiologie, Pneumologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin) der Universitätsklinik Aachen. „Dieses Stipendium bestärkt mich noch einmal zusätzlich in meinem Studienprojekt. Ich freue mich, meine Untersuchungen weiterführen und vertiefen zu können“, so Heß bei der Verleihung des Stipendiums anlässlich der elften Jahrestagung der Stiftung DHD in Berlin.
DHD: bessere Versorgungsqualität
Junge Akademiker und Wissenschaftler wie Heß und die Vorjahressiegerin Dr. Ariane Melchior-Becker sollen durch das alljährlich vergebene Forschungsstipendium zu Projektarbeiten von der Versorgungsebene über die Grundlagenforschung bis hin zur Problemlösung motiviert werden. Als Einrichtung der „Deutschen Diabetes Stiftung“ (DDS) forciert „Der herzkranke Diabetiker“ so unter anderem eine verbesserte Versorgungsqualität für Diabetespatienten mit Herz-, Kreislauf- und Gefäßerkrankungen.
Die Unternehmen Bristol-Myers Squibb und AstraZeneca möchten ebenso durch ihren Einsatz junge Akademiker animieren, neue Wege in der Diabetesforschung zu denken und zu gehen. Seit Januar 2007 bereits leben Bristol-Myers Squibb und AstraZeneca eine erfolgreiche Allianz zur Verbesserung der weltweiten Versorgung von Diabetespatienten und zur Schaffung neuer Behandlungsperspektiven für Typ 2 Diabetiker.




