30.03.2012 Kompetenznetz Adipositas erhöht Schlagkraft

Zweite Förderperiode gestartet – neue Chancen durch Öffnung des Netzwerks.

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Kompetenznetz Adipositas startet in die zweite Förderperiode. Über 170 Fachpublikationen veröffentlichte das Kompetenznetz Adipositas seit dem Förderbeginn im Jahre 2008 unter anderem in renommierten internationalen Fachzeitschriften wie Nature oder Nature Neuroscience.

Mit ehemals acht Forschungsverbünden mit 37 Teilprojekten rückt das Netzwerk nun in drei großen Konsortien noch enger zusammen. Eine Forschergruppe beschäftigt sich mit einer umfassenden epidemiologischen Datenauswertung über die Entwicklung der Adipositas von der Kindheit bis in das Seniorenalter (EPI Germany).  Das zweite Konsortium kümmert sich in einer Studie um Jugendliche mit extremer Adipositas und deren Möglichkeiten einer sozialen Integration. Der dritte Verbund erforscht grundlegende Mechanismen im Gehirn, im Darm bzw. im Fettgewebe von adipösen Menschen.

Neue Therapien und Präventionsstrategien 
Das Kompetenznetz Adipositas verbindet bundesweit Experten im Bereich Adipositas. Im Netzwerk organisierte Projekte erforschen Ursachen und Risikofaktoren für die Entstehung der Adipositas. Sie entwickeln und überprüfen neue Therapien sowie Präventionsstrategien. Die Sprecher des Kompetenznetzes Adipositas sind Prof. Dr. Hans Hauner von der Technischen
Universität München und Prof. Dr. Manfred James Müller von der Christian-Albrechts-Universität, Kiel.

„Wir versprechen uns mit der thematischen Ausrichtung einen umfänglichen Überblick über das Phänomen Adipositas, dessen Ursachen in ganz unterschiedlichen Faktoren gesellschaftlicher wie genetischer Natur zu suchen sind“, sagt Prof. Dr. Hans Hauner. „Unser Anliegen ist es, mit unserer Forschung zu neuen Präventions- und Therapieansätzen beizutragen.“

Studie zu Adipositas bei Kindern und Jugendlichen
In einer klinischen Studie mit Kindern und Jugendlichen mit extremer Adipositas wird untersucht, welche Therapiemöglichkeiten in diesem besonderen Kollektiv effektiv sind. In einer großen Studie wird der Verlauf der Adipositas an 120.000 Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Deutschland abgebildet und nach entsprechenden Determinanten für die Entstehung der Adipositas gesucht.

Im Bereich der Grundlagenforschung beschäftigen sich verschiedene Projekte mit den neuronalen Vorgängen, dem Fettgewebe sowie der Bakterienflora im Darm und deren Zusammenhänge mit Adipositas.

Öffnung für weitere Forschungsansätze
Um den interdisziplinären Ansatz generell in den Mittelpunkt zu rücken, will sich das Kompetenznetz Adipositas in Zukunft auch für weitere Forschungsansätze im Rahmen von assoziierten Projekten öffnen, gesamtgesellschaftliche Aspekte mit einbeziehen und die Infrastruktur des Netzwerks ausbauen.

„Mit der gemeinsamen Forschungsplattform, den sogenannten „Core Domains“, der Biobank und den verschiedenen Registern, wollen wir die Attraktivität des Netzwerks nach innen wie nach außen stärken“, so Prof. Dr. Manfred James Müller. „Eine gemeinsame Biobank mit standardisierten Methoden fördert eine bessere Aussagekraft sowie die Wahrnehmbarkeit für
mögliche internationale Kooperationen.“

Neben dem Aufbau der Fettgewebsprobenbank, werden auch das Register der bariatrischen Chirurgie und das APV-Register mit Daten von über 71.000 stark übergewichtigen Kindern und Jugendlichen weiter fortgeführt.

Förderung für Nachwuchswissenschaftler
Auch Nachwuchswissenschaftler erhalten in Zukunft noch mehr Raum zur Entfaltung: Das „Junge Netzwerk“ bestehend aus Nachwuchswissenschaftlern aus der Adipositasforschung wird in der zweiten Förderperiode von 2012 bis 2015 als eigenständiges Infrastrukturprojekt gefördert. Dabei organisiert das Kompetenznetz Adipositas Seminare und Workshops zur
Fort- und Weiterbildung, die auch von Nicht-Mitgliedern besucht werden können.

„Die Forschungsplattform unseres Netzwerks soll nicht nur unseren eigenen Netzwerkpartnern dienen“, sagt Prof. Hauner. „Wir laden alle interessierten Wissenschaftler dazu ein, assoziierte Mitglieder des Kompetenznetzes Adipositas zu werden und unsere Methoden für eigene Forschungsvorhaben zu nutzen.“


Quelle: Pressemitteilung des Kompetenznetz Adipositas

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