07.10.2011 Erhöhte Amputationsgefahr für Dialysepatienten

Laut den Ergebnissen einer britischen Querschnittsstudie, die auf der diesjährigen EASD-Tagung (European Association for the Study of Diabetes) in Lissabon vorgestellt wurden, sind Dialysepatienten mit Diabetes einem erhöhten Risiko für Nervenschädigungen, Fußläsionen und -amputationen ausgesetzt. An der Studie, die von Wissenschaftlern der Universität Manchester durchgeführt wurde, nahmen 326 Diabetiker mit einem kompletten Nierenversagen teil, berichtet die britische Diabetesorganisation Diabets UK auf ihrem Internetportal.
Demnach beträgt die Erkrankungsrate für Nervenschädigungen bei Dialysepatienten 79 Prozent (65 Prozent bei Nierenpatienten ohne Dialysetherapie), für stattgefundene Amputationen 15 Prozent (6,4 Prozent) sowie für frühere und aktuelle Fußgeschwüre 32 und 21 Prozent (20 und 5 Prozent). Darüber hinaus erhielten die untersuchten Dialysepatienten signifikant seltener eine regelmäßige Fußuntersuchung als die Probanden ohne Dialysetherapie.
Diabetes + Dialyse = mehrfach erhöhte Gefahr für die Füße
Diabetes ist die häufigste Einzelursache für eine Nierenerkrankung. Zusätzlich erhöht die Stoffwechselerkrankung selbst bereits das Risiko für Nervenleiden und Durchblutungsstörungen. Und diese beiden Diabetes-Folgekomplikationen begünstigen wiederum Fußläsionen und schlecht heilenden Wunden, die bei einer Infektion gegebenenfalls zu einer Amputation führen können.
"Das lebenslange Risiko, dass ein Fußgeschwür auftritt, beträgt für Menschen mit Diabetes schätzungsweise 25 Prozent. Fußgeschwüre sind für Diabetiker ein ernsthaftes Problem, die darüber hinaus riesige gesamtgesellschaftliche Kosten verursachen", wird der Studienleiter Dr. Agbor Ndip von Diabetes UK zitiert.
Studienleiter fordert Dialysestationen mit integrierten Fußambulanzen
"Wir hoffen, dass die Ergebnisse unserer Studie zu einer Anpassung der Leitlinien führen, indem darin die Dialysetherapie als bedeutender Risikofaktor für Fußgeschwüre berücksichtigt wird, der eine besonders intensive Kontrolle der Füße notwendig macht. Solche Präventionsmaßnahmen könnten für Dialysepatienten mit recht einfachen Mitteln umgesetzt werden, indem innerhalb von Dialysestationen auch Fußambulanzen eingerichtet werden", so Ndip.




